Schlagwort: Zanzibar-Vertrag

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Am 1. Juli 1890 hat das Deutsche Reich durch ein Abkommen mit England, den sogenannten Zanzibar-Vertrag, seine Ansprüche auf diese reiche Insel und andere wertvolle Gebiete auf dem afrikanischen Festland aufgegeben und dafür die Insel Helgoland eingetauscht oder wie damals ein Engländer spöttisch äusserte, einen alten Hosenknopf gegen eine neue Hose. Es hat heute keinen Zweck mehr, jenem Tausch nachzuweinen, wobei wir dahingestellt sein lassen wollen, ob Helgoland wirklich so wertlos ist. Von Zanzibar sind unsere ersten Erwerbungen in Afrika ausgegangen, die weiteren Geschicke der Insel entbehren daher nicht eines gewissen Interesses für uns, besonders da Zanzibar unter dem Einfluss der deutschen Arbeit an der ostafrikanischen Küste sehr an Bedeutung als Seehandelsplatz verloren hat.

Am 25. August 1896, nach kaum dreijähriger Regierungszeit, starb in Zanzibar der Sultan Seyid Hamed bin Thueni. Der Tod des Herrschers und der damit verknüpfte Thronwechsel rief einen schweren Konflikt zwischen dem Arabertum des ostafrikanischen Inselreiches, mit der eine wenig verschleierte Oberherrschaft dort ausübenden, britischen „Protektoratsmacht“ hervor.

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Kolonie und Heimat