Schlagwort: Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Bald, nachdem die Aufstände der Herero und Hottentotten niedergeschlagen waren, setzte eine starke Besiedlung des nunmehrigen Regierungslandes ein. Während früher diejenigen, die farmen wollten, grösstenteils aus den Händen der Eingeborenen Land kaufen mussten, stand jetzt fast alles Land den Farmern zur Verfügung.

Infolge des starken Landverkaufs machte sich bald ein grosser Mangel an Landmessern bemerkbar; denn jetzt musste bei Einteilung des Landes planmässig vorgegangen werden. Ausser einigen von Gesellschaften angestellten Landmessern sind etwa 25 Gouvernementslandmesser in Südwestafrika beschäftigt, von denen immer einer oder zwei einen Distrikt aufteilen. Die Zentralleitung liegt in Händen der Landesvermessung in Windhuk, der die drei Vermessungsämter Keetmanshoop, Omaruru und Windhuk unterstellt sind. Auf diesen Vermessungsämtern werden die Arbeiten der Landmesser durch Zeichner weiter bearbeitet. Während früher die Farmen durchweg trigonometrisch vermessen wurden, werden sie jetzt grösstenteils, besonders im ebenen Gelände durch Boussole und Messung vermittels eines Messbandes abgesteckt. Dadurch lässt sich die Arbeit wesentlich beschleunigen. Bei stark unterbrochenem Terrain, wo eine direkte Messung der Strecken sehr zeitraubend ist, werden auch jetzt noch die Farmen trigonometrisch oder vermittels des Messtisches durch Peilungen aufgenommen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Kolonie und Heimat