Schlagwort: Puerto Montt

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die südlichsten deutschen Schulen der Erde. II.
Von Dr. Siegfired Benignus.

Zwanzig Kilometer westwärts von Puerto Montt breitet sich der Llanquihue-See aus, den ich dreimal in letzter Zeit aufsuchte, und der heute noch der „See der Deutschen“ genannt werden darf. Die Besiedlung dieses bis zu seinem Ufer mit Urwald, Sümpfen, Schneebergen und Vulkanen bedeckten grössten Sees Chiles (etwas grösser als der Bodensee) ist zweifellos eine Grosstat deutschen Ausharrens und deutscher Selbstverleugnung.

Die offizielle Zuwanderung dauerte von 1852 bis zu Beginn der siebziger Jahre aus Kurhessen, Schlesien, Württemberg, Ost- und Westpreussen, Hohenzollern, der Altmark, Westfalen, Deutschböhmen. Mehr als zu Dörfern haben sich die meist zerstreut liegenden Gehöfte der Kolonisten nicht verdichtet. Puerto Varas (Varas = Name eines Ministers unter Manuel Monti) am Westufer ist die grösste Ansiedlung mit tausend Einwohnern. Erst vor kurzem haben sich diese entschlossen, eine deutsche Schule zu errichten. Bis jetzt existiert in Puerto Varas eine chilenische Regierungs-(-Volks)schule, in der nur Spanisch gelehrt wird. Erklärlich wird dieses Spätkommen dadurch, dass der Wohlstand erst spät am See sich zeigte. Der Boden ist nicht so fruchtbar wie der um Osorno, Nach langwierigen, wenig ergiebigen Versuchen im Ackerbau ist man zur intensiven, lohnenden Viehwirtschaft in den Potreros (Viehweiden) im Urwald übergegangen.

Weiterlesen Vom Deutschtum im Ausland (Chile)

Kolonie und Heimat