Schlagwort: Ostafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Vogelwelt unsrer Kolonie ist an Zahl der Arten so gross, dass wir uns darauf beschränken müssen, einige der auffälligsten Vertreter vorzuführen. Wir lassen hier den Strauss ausser acht, weil er zum ausgesprochenen Nutztier geworden ist oder doch werden soll. Natürlich ist die Zahl der kleinen Vögel Legion. Alle Regenbogenfarben sind darunter vertreten. Besonders interessant sind die Webervögel, eine Finkenart. Sie werden so genannt, weil sie ihre Nester, die oft zu Hunderten an einem Baum hängen, kunstvoll aus Gras oder ähnlichem Material zusammenflechten. Prachtvoll feurig rot erglänzt ihr Hochzeitskleid, wenn sie pfeilgeschwind durch die Luft schiessen. Im dunklen Busch schlägt die Nachtigall und über die breiten Blätter der Seerosen eilt flink und gewandt das Wasserhuhn. Auch der Kuckuck fehlt nicht in Afrika oder wenigstens eine unserm Freund verwandte Art.

Die Flüsse, Seen und Sümpfe sind von zahllosen Wasservögeln aller Art bevölkert: Kronenkraniche, Flamingos, Pelikane, verschiedenerlei Störche und Reiher sind die auffälligsten Vertreter dieses Teils der Vogelwelt. Auch an allerlei Enten und Gänsen fehlt es nicht, und der Jäger kann an den Gewässern Ostafrikas seine Freude haben. Nur wird es ihm meist sehr schwer werden, seine Beute zu erlangen, da geschossene Tiere vielfach in den ungeheuren Schilfmassen spurlos verschwinden und das Herausholen geschossener Vögel aus dem Wasser wegen der Krokodile seine Haken hat.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Die Küste unsrer heutigen ostafrikanischen Kolonie hat eine wechselvolle Geschichte. Perser, Portugiesen und Araber haben sich jahrhundertelang ihren Besitz streitig gemacht und imposante Bauwerke in allen Stadien des Verfalls zeugen von verschwundener Herrlichkeit. Am nachhaltigsten vermochten die Araber dem Leben an der ostafrikanischen Küste ihren Stempel aufzudrücken, der Islam ist infolgedessen auch heute noch in Ostafrika eine Macht, mit der gerechnet werden muss. Das soll uns freilich nicht hindern, diesen Einflüssen das Uebergewicht europäischer Kultur entgegenzusetzen. Einstweilen verändert sich allerdings nur die äussere Gestalt der ostafrikanischen Küstenstädte. Die alten arabischen Bauten machen allgemach schmucken deutschen Tropenhäusern Platz, die Strassen werden breiter und sauberer und in die einst regellos angelegten Eingeborenenviertel kommt Ordnung.

Das Leben im Innern dieser Städte dagegen trägt noch vorwiegend orientalischen Charakter. Bis zu einem gewissen Grade zu seinem Vorteil. Im Gegensatz zu den westafrikanischen Küstenplätzen triflt man in Ostafrika den „Hosennigger“ noch verhältnismässig selten, das lange weisse Hemd — der Kansu — des Suaheli im Verein mit den malerischen Trachten der Araber und Inder beherrscht noch das Strassenbild.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Kolonie und Heimat