Schlagwort: Neger

aus dem Kunstmuseum Hamburg

In Frankreich spielt sich jetzt ein Vorgang ab, dem man in heimischen Kolonialkreisen und wohl auch an den zuständigen Stellen nicht allenthalben das Mass von Beachtung zuteil werden lässt, das im kulturvölkischen Interesse geboten ist.

Ohne das Entwürdigende eines solchen Schrittes allgemein zu empfinden, erwägen die militärischen und kolonialen Kreise Frankreichs allen Ernstes eine Verwendung Eingeborener aus den Kolonien im Falle eines europäischen Krieges, und zwar in grossem Umfange. Bisher waren es nur mehr oder weniger private Kundgebungen, in denen der Verwendung von Negern in der heimischen französischen Armee das Wort geredet wurde, aber die Beratungen des französischen Kriegsbudgets haben doch deutlich gezeigt, dass dieser Gedanke sich auch an kompetenten Stellen einzunisten beginnt. Ein ehemaliger Kolonialoffizier hat schon seit längerer Zeit in Wort und Schritt Propaganda gemacht für die Aufstellung farbiger Truppenteile in europäischen Kriegen. In einer Rede vor der „Alliance Francaise“ hat er in den höchsten Tönen das Lob der eingeborenen Truppen als „unvergleichlicher Soldaten* gesungen und hat seinen Zuhörern vorgerechnet, dass die Araber-und Negerbevölkerung der französischen Kolonien ein jährliches Rekrutenkontingent von 40000 Mann stellten könnte. Wie sehr die Franzosen bei der immer unzureichender werdenden Rekrutenzahl in der Heimat solchen Zukunftsplänen zugängig sind, zeigt die Tatsache, dass die „Alliance Francaisc“ in einer Entschliessung die Aufstellung eines Korps von 20000 Senegalschützen für das Jahr 1913 fordert. Diese Bestrebungen wann bisher mehr oder weniger persönlicher und privater Natur, und sie sind auch zurzeit nicht ohne Widerspruch geblieben; einen bedenklichen Charakter aber hat die Behandlung der Angelegenheit in jüngster Zeit dadurch angenommen, dass der durch den Deputierten Clemental erstattete Bericht des Budgetausschusses der französischen Deputiertenkammer bei den Beratungen des diesjährigen Kriegsbudgets diesen Gedanken sich offiziell zu eigen macht. Der Bericht fordert den Kriegsminister direkt auf, den heimischen Rekrutenmangel durch stärkeres Heranziehen des Eingeborenenmaterials in Westafrika und in Algier auszugleichen. Algier hat bei einer Eingeborenenbevöikerung von fünf Millionen gegenwärtig 18000 schwarze Soldaten. Der Bericht weist nach, dass unter Erweiterung des für Tunis 1909 erprobten Reservesystems mit Leichtigkeit hier ein Heer von 60 000 Mann aufgebracht werden könnte, während aus Französisch-Westafrika eine Truppe von 40000 Köpfen verfügbar gemacht werden könne. Der Bericht lässt dabei keinen Zweifel, dass die Kammer die hierfür erforderlichen Mehrbeträge glatt bewilligen werde. Man hat also mit der in greifbare Nähe gerückten Möglichkeit zu rechnen, dass der durch heimische Kräfte nicht mehr auszugleichende Fehlbedarf der französischen Armee durch ein Negerheer ausgeglichen wird. Es ist für die französische Nation, die an der Spitze der Kultur zu marschieren dünkt, kein schmeichelhaftes Zeugnis, dass solche Bestrebungen festen Boden gewinnen können, obwohl, wie im Interesse voller Objektivität festgestellt werden muss, selbst aus dem eigenen Lager heraus vereinzelte Stimmen laut geworden sind, welche auf das Ungeheuerliche eines solchen Vorgehens für ein Kulturvolk hinweisen. Neben dem im kolonialen Militärwesen erprobten General de Tory hat L. d’Anfrerille de la Salle kürzlich im „Correspondant“ auf das Bedenkliche der Verwendung von Eingeborenen in heimischen Feldzügen hingewiesen, und der militärische Redakteur des „Journal des Débats“, Malo, ein Anhänger des weiteren Ausbaues der eingeborenen Kolonialarmee, verwahrt sich ebenfalls gegen den Plan der europäischen Verwendung farbiger Kolonialtruppen: „Ich kann mich der Meinung nicht anschliessen“, sagt Malo,

„dass Frankreich nur durch seine Neger gerettet werden könne. Das ist durchaus unrichtig, und die Freunde der schwarzen Truppen können für sie eine ebenso nützliche und für die Eigenliebe der weissen Bevölkerung weniger verletzende Verwendung finden, denn es werden zwischen den Vogesen und den Pyrenäen immer noch genug Kinder geboren, die dem französischen Vaterlande mit ihrer Brust einen hinlänglichen Wall sichern.“

Weiterlesen Ein Rasseproblem

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Wer noch unverfälschtes afrikanisches Leben sehen will, der darf sich heutzutage nicht an der Küste oder an der Eisenbahn aufhalten, sondern muss tief ins Innere gehen und sich die Stämme anschen, die noch wenig mit Europäern in Berührung gekommen sind. Das ist natürlich ein wenig unbequem und vielfach nicht ganz ungefährlich, wenigstens in gesundheitlicher Hinsicht. Sonst kann dem Reisenden heute nicht viel passieren. Die Menschen sind jetzt überall soweit gebändigt, dass sie dem Weissen kaum etwas zu leide tun. Früher war das ein wenig anders, da wurde der Europäer im Innern von Togo manchmal sehr unliebenswürdig empfangen.

Weiterlesen Allerlei aus dem Leben des Togonegers

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Plaudereien aus dem Tagebuche eines Offiziers.

Merkwürdig, höchst merkwürdig“, dachte ich, „einer sieht genau so aus, wie der andere.“ Das war das erstemal, als ich mit „Schwarzen“ in Berührung kam. Ich habe mir mal sagen lassen, dass Gleiches der Neger an sich erführt, wenn er plötzlich Europäer in Menge sieht.

Schon nach sehr kurzer Zeit ist man aber imstande, mit andern Augen zu sehen und da bemerkt man dann gewaltige Verschiedenheiten sowohl in den Gesichtszügen, wie in der Farbe. Die letztere variiert vom tiefsten Schwarz bis zum Dunkelgelb. Nach meinem Geschmack ist die mattiefschwarze Farbe die kleidsamste.

Verspürt in Ostafrika ein Jüngling Lust und Liebe zum Soldatenhandwerk,so meldet er sich bei einem Stationschef bezw. beim Kommando der Schutztruppe in Daressalam. Nachdem er hier ob seiner Tauglichkeit untersucht ist, wird er eingestellt. Ein Zwang zum Militärdienst existiert nicht und der Bedarf wird durch die Nachfrage reichlich gedeckt. Die Altersunterschiede bei dem Söldnerheere sind sehr grosse. Es gibt Askari (gemeine Soldaten) darunter, die schon zehn Jahre und länger dienen.

Nachdem sich der junge Krieger noch der schmerzhaften Operation des Impfens unterzogen hat, wird er eingekleidet und der „bwana“ (Herr) ist fertig. Diese Bezeichnung legt er sich im Vollbewusstsein seines Ranges und seiner Würde selber zu, für seine Vorgesetzten ist er der „Askari“ (Soldat) Soundso. Die Namensfrage treibt die mannigfaltigsten Blüten, da er sich selber einen Namen wählt.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Negerwohnungen in Süd-Togo.

Von Oberleutnant Smend.

In alten Zeiten, d. h. bevor die Herrschaft des Europäers Sicherheit für Leben und Eigentum gewährleistet, ging der Neger selten allein aus seiner Landschaft, oder aus seinem Dorfe in fremde Gegenden. Soweit friedliche Verhältnisse mit befreundeten Stämmen herrschten, wurde ein Besuch gelegentlich gewagt, aber für lange Zeit blieb der Neger nichtgern fern von seiner Heimat. Handel und Geschäft, Besuch von Verwandten und mit Gerichtssachen zusammenhängende Dinge waren es meist, die ihn in die nähere Umgebung lockten. Auch den Jäger trieb es nur in möglichst menschenleere und daher wildreiche Gegenden, und er kam von seinen Streifzügen mit Beute und Jagdgeschichten beladen immer gern und bald in sein Dorf zurück. Nebenbei bemerkt ist dadurch auch die verblüffende Verständnislosigkeit für Entfernungen und die geringe Kenntnis des Landes bei den meisten Negern mit Ausnahme der Jäger und Händler zu erklären. Das Haus, das Dorf oder höchstens die Landschaft war die Welt seines Horizonts in den weitaus meisten Fällen.

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Kolonie und Heimat