Schlagwort: Kolonie

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Hat in Hamburg in seinem Kontor
Seine Geschäfte pedantisch geleitet,
Freilich kommt’s ihm nun spanisch vor,
Wenn vor der Nase der Urwald sich breitet.
Wenn er die Feder, die hinter dem Ohr
Er gewöhnt war gemütlich zu tragen,
Nun mit dem Mausergewehr vertauscht,
Leben und Blut im Kampfe zu wagen,
Zu verteidigen die Magazine,
Die samt dem Hause er selber errichtet.
Maurer und Zimmermann zugleich,
Hat er die Steine und Planken geschichtet.
Hat das aus Matten bestehende Dach
Mit Hilfe der Schwarzen darüber gebreitet
Und dann den dicken, schwarzen Häuptling
Höchst verbindlich ins Wohnhaus geleitet.
Er, der mit Worten zu geizen gewohnt,
Er, der mit einem Federzug
Grosse Käufe oft abgeschlossen,
Hört es mit Staunen und ganz verdrossen,
Dass man wegen sechs Metern Kattun
Endlos redet in Kamerun.
So ein Neger hat immer Zeit,
Mit der grössten Gemütlichkeit
Feilscht er und lauscht er Gewehre und Rum
Gegen Erdnuss und Kautschuk um,
Betrachtet begehrlich die Stoffe, die bunten,
Und die Perlen, die glänzenden, glatten,
Bringt dafür kostbares Elfenbein
Und die zierlich geflochtenen Matten.
Bringt die Federn mit leuchtenden Farben
Und von allerhand Tieren die Felle,
Und dabei schwatzt so ein schwarzer Geselle,
Dass der arme Handelsagent
Fast aus der Haut vor Ungeduld rennt.
Aber noch anderes muss er leisten,
Und er zweifelt immer am meisten,
Ob es ihm wirklich wird gelingen
Ein mit Waren bepacktes Boot
Durch die Brandung des Meeres zu bringen.
Doch mit Hilfe der Eingeborenen
Bringt er wirklich auch das zustande,
Fährt bald die Flüsse auf und nieder,
Spielt sogar Schiffskapitän;
Kurz, zu Wasser und zu Lande
Könnt ihr ihn weise herrschen seh’n.
Als das herrlichste Fest wird’s gebucht,
Wenn ihn ein Europäer besucht.
Nationalität wird ear nicht beachtet,
Jeder als lieber Bruder betrachtet.
Und dann schliesslich mit feuchtem Blick
Bleibt der Agent in der Wildnis zurück,
Um unter Schwarzen als Pionier
Seinem Vaterlande zu dienen,
Und in friedlicher Arbeit ihnen
Näher zu bringen der Menschlichkeit Segen,
Deutschtum auf fremder Erde zu pflegen.

Weiterlesen Der Handelsagent in Deutsch-Afrika

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

Weiterlesen Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen

Kolonie und Heimat