Schlagwort: Kilwa

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Die Küste unsrer heutigen ostafrikanischen Kolonie hat eine wechselvolle Geschichte. Perser, Portugiesen und Araber haben sich jahrhundertelang ihren Besitz streitig gemacht und imposante Bauwerke in allen Stadien des Verfalls zeugen von verschwundener Herrlichkeit. Am nachhaltigsten vermochten die Araber dem Leben an der ostafrikanischen Küste ihren Stempel aufzudrücken, der Islam ist infolgedessen auch heute noch in Ostafrika eine Macht, mit der gerechnet werden muss. Das soll uns freilich nicht hindern, diesen Einflüssen das Uebergewicht europäischer Kultur entgegenzusetzen. Einstweilen verändert sich allerdings nur die äussere Gestalt der ostafrikanischen Küstenstädte. Die alten arabischen Bauten machen allgemach schmucken deutschen Tropenhäusern Platz, die Strassen werden breiter und sauberer und in die einst regellos angelegten Eingeborenenviertel kommt Ordnung.

Das Leben im Innern dieser Städte dagegen trägt noch vorwiegend orientalischen Charakter. Bis zu einem gewissen Grade zu seinem Vorteil. Im Gegensatz zu den westafrikanischen Küstenplätzen triflt man in Ostafrika den „Hosennigger“ noch verhältnismässig selten, das lange weisse Hemd — der Kansu — des Suaheli im Verein mit den malerischen Trachten der Araber und Inder beherrscht noch das Strassenbild.

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Kolonie und Heimat