Schlagwort: Kiautschou

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

In den heissen Sommermonaten strebt ein jeder Europäer, der es nur irgend ermöglichen kann, danach, aus den Städten Chinas ins Gebirge zu flüchten. Aus diesem Grunde erfreut sich das Lauschan-Gebirge im Kiautschougebiet immer regeren Besuches. Grosse Anerkennung gebührt dem Bergverein Tsingtau, einem Zweigverein des Deutsch-Oesterreichischcn Alpen-Vereins, der in dem schwierigen Gelände des Lauschan-Gebirges schon viele gute Wege geschaffen hat. Die einzelnen Ausflüge sind durch farbige Merkmale gekennzeichnet, so dass man im grossen ganzen auch ohne Führer allein seine Kletterpartien unternehmen kann. Einen Chinesenjungen mitzunehmen wird jedoch bei weiteren Touren angeraten, da nicht überall Wegzeichen angebracht werden können. In dem einsamen Gebirge würde man hilflos und verlassen sein, wenn einem etwas passierte. Auf meinen Reisen in Japan und China hielt ich mich auch in Tsingtau drei Wochen auf und genoss hier die Annehmlichkeiten eines Seebades, doch war die im August 1908 herrschende Hitze so schlimm, dass ich lieber eine Woche im Gebirge zubrachte. Die Durchschnittstemperatur im August betrug nämlich früh 8 Uhr: 23 ⅓, abends 8 Uhr: 27 ¼, und die des Wassers mittags 12 Uhr: 25 ½ Grad Celsius. Zusammen mit einem Bekannten aus Schanghai brach ich eines schönen Tags um die Mittagsstunde auf und langte abends im Wagen am Mecklenburghaus an. Dies ist das Genesungsheim für unsere deutschen Soldaten, und zugleich dient es auch den wenigen Touristen als Aufenthaltsort. Auf einer am Mecklenburghause aufgestellten Tafel suchten wir uns am andern Tage eine „kleine“ Tour aus, und zwar „nach dem Wasserfall: ¾ – 1Stunde“.

Weiterlesen Eine Bergfahrt im Kiautschougebiet

Kolonie und Heimat