Schlagwort: Felddienst

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Plaudereien aus dem Tagebuche eines Offiziers.

Merkwürdig, höchst merkwürdig“, dachte ich, „einer sieht genau so aus, wie der andere.“ Das war das erstemal, als ich mit „Schwarzen“ in Berührung kam. Ich habe mir mal sagen lassen, dass Gleiches der Neger an sich erführt, wenn er plötzlich Europäer in Menge sieht.

Schon nach sehr kurzer Zeit ist man aber imstande, mit andern Augen zu sehen und da bemerkt man dann gewaltige Verschiedenheiten sowohl in den Gesichtszügen, wie in der Farbe. Die letztere variiert vom tiefsten Schwarz bis zum Dunkelgelb. Nach meinem Geschmack ist die mattiefschwarze Farbe die kleidsamste.

Verspürt in Ostafrika ein Jüngling Lust und Liebe zum Soldatenhandwerk,so meldet er sich bei einem Stationschef bezw. beim Kommando der Schutztruppe in Daressalam. Nachdem er hier ob seiner Tauglichkeit untersucht ist, wird er eingestellt. Ein Zwang zum Militärdienst existiert nicht und der Bedarf wird durch die Nachfrage reichlich gedeckt. Die Altersunterschiede bei dem Söldnerheere sind sehr grosse. Es gibt Askari (gemeine Soldaten) darunter, die schon zehn Jahre und länger dienen.

Nachdem sich der junge Krieger noch der schmerzhaften Operation des Impfens unterzogen hat, wird er eingekleidet und der „bwana“ (Herr) ist fertig. Diese Bezeichnung legt er sich im Vollbewusstsein seines Ranges und seiner Würde selber zu, für seine Vorgesetzten ist er der „Askari“ (Soldat) Soundso. Die Namensfrage treibt die mannigfaltigsten Blüten, da er sich selber einen Namen wählt.

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Kolonie und Heimat