Schlagwort: deutsche Kolonien

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Allgemeines.

Landwirtschaftlicher Unterricht am Hamburgischen Kolonialinstitut. Die tropische Landwirtschaft war bisher bereits in einigen Gebieten als Unterrichtsfach am Kolonialinstitut vertreten. Diese Unterweisungen waren jedoch nicht für Landwirte von Beruf bestimmt, sondern für Beamte und Kaufleute, die bei ihrer Tätigkeit in den Kolonien auch einiger landwirtschaftlichen Kenntnisse bedurften. Vom kommenden Wintersemester ab wird jedoch ein vollständiger landwirtschaftlicher Unterricht für solche Personen eingerichtet, die nach Beendigung der praktischen Lehrzeit eine allgemeine landwirtschaftliche Vorbildung unter besonderer Berücksichtigung tropischer Verhältnisse zu erwerben wünschen. Sie können daher vom kommenden Semester ab ihre vollständige theoretische Ausbildung für tropische Landwirtschaft am Kolonialinstitut in Hamburg erhalten. Der Studienplan erstreckt sich über vier Semester und umfasst Landwirtschaft, Veterinärkunde, Naturwissenschaften, sowie Rechts- und Staatswissenschaft. Aus dem Gebiete der Landwirtschaft werden neben dem allgemeinen Acker-und Pflanzenbau der Tropen die Züchtung von Kulturpflanzen, die Plantagen- und Farmwirtschaft, die Ptlanzenkrankheiten, die Anlage und Bewirtschaftung von tropischen Nutzgärten eingehend behandelt werden. Daran schliessen sich die Unterweisungen über die Tierzucht, die Lehre von der Fütterung und Aufzucht der Pferde, Rinder, Schafe usw. und schliesslich über die Molkereiprodukte, Maschinenkunde und die Nutzung von Fischgewässern, ln der Veterinär künde werden die Tierseuchen und ihre Bekämpfung1 von besonderer Bedeutung sein. Der naturwissenschaftliche Unterricht berücksichtigt in besonderem Grade die Verhältnisse unserer Kolonie in bezug auf Botanik und Zoologie. Auch die Landes- und die Völkerkunde der deutschen Kolonien gehören zu diesen Disziplinen. Von praktischer Bedeutung sind hierbei die Ueberweisungen im Haus-, Wege- und Brückenbau. Kolonialpolitik und praktische Volkswirtschaftslehre bilden den letzten Abschnitt des Studienplans. Daneben ist den Landwirten Gelegenheit geboten, auch an allen übrigen Vorlesungen des Instituts, besonders an dem Sprachunterricht teilzunehmen

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Kolonie und Heimat