Schlagwort: Deutsch Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Namutoni an der Etoscha-Salzpfanne gehört zu einer der schönsten Militärstationen von Südwest. Es liegt 105 Kilometer nördlich Tsumeb, der Endstation der Otavi-Eisenbahn.

Januar 1904 war die Station noch mit 4 Schutztrupplern beselzt und wurde von den Ovambos bei Ausbruch der Hererounruhen überfallen. Es hatten sich noch 3 Farmer nach der Station geflüchtet, sodass 7 Weisse gegen etwa 400 zum Teil gut bewaffneter Ovambos zu kämpfen hatten. Die kleine Besatzung hatte sich aber tapfer verteidigt und den Ovambos einen Verlust von 100 Toten und Verwundeten beigebracht (die Zahl ist aus einem Bericht eines Missionars aus dem Ovamboland) während von den Weissen keiner verwundet wurde, da diese auf dem Dache des damaligen Stationsgebäudes gut gedeckt waren. Das Abtreiben des auf Station befindlichen Viehs konnte nicht verhindert werden. Der Angriff erfolgte nachmittags gegen 3 Uhr und war von dem Unterkapitän Jude (Kapitän Nachales Stamm) geleitet; nach etwa 3 Stunden zogen sich die Ovambos zurück, um des nachts einen neuen Angriff zu machen. Da dieser nächtliche Angriff vorauszusehen war, verliess bei Eintritt der Dunkelheit die Besatzung die Station und eilte zu Fuss in der Richtung auf Grootfontein (186 Kilometer von Namutoni entfernt), der nächsten Militärstation.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Kolonie und Heimat