Schlagwort: Daressalam

aus dem Kunstmuseum Hamburg

An der lieblichen, palmenumgürteten Meeresbucht, wo einst der erste Sultan des 1856 selbständig gewordenen Sultanates Zanzibar die mächtigen Grundmauern zu einem neuen Herrschersitz zu errichten begann, der den Namen Daressalam, d. i. „Haus des Friedens“, führen sollte, dort ist die aufblühende gleichnamige Hauptstadt der grössten Kolonie des Deutschen Reiches erstanden. Mit dem im Jahre 1870 erfolgten Tode Seyid Majids war auch das Schicksal seiner Baupläne besiegelt. Das Araberreich in Afrikas Osten sank schon unter seinem nächsten Nachfolger, dem Sultan Seyid Bargasch, unter dem mehr und mehr zur Geltung gekommenen Einflüsse der höheren abendländischen Kultur in Trümmer, und an der Stelle, wo der Sultan die Hochburg des Islams zu errichten gedachte, stieg sieghaft verheissungs-voll der Hohenzollern-Aar empor, und unter dem Schutz und Schirm der schwarz-weissroten Flagge pflanzte dauernd sich das Kreuzeszeichen der Christenheit auf! Und so sind die weit vom Ozeane draussen schon sichtbaren Wahrzeichen der Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas denn auch die ragenden Gotteshäuser der beiden christlichen Bekenntnisse geworden, welche sich friedlich zu gleicher Arbeit die unter deutscher Schutzherrschaft stehenden Gebiete Ostafrikas zum Arbeitsfeld erkoren.

Daressalam war damals ein elendes Negerdorf, das sich erst unter dem deutschen Regime allmählich zu einer eleganten kleinen Stadt, und im Laufe der letzten Jahre zu einem verkehrsreichen Handelsplätze entfaltet hat. Die verhältnismässig rasche Entwicklung der Landeshauptstadt, die hierdurch hervorgerufene Erstarkung der europäisch-deutschen Bevölkerung, unter welcher wiederum bald in steigernder Zahl deutsche Familien in den Vordergrund traten, sie liessen auch das Bedürfnis geltend werden, für die christlichen Kirchengemeinden Gotteshäuser zu errichten.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Zahlreiche Wanjamwesi kommen alljährlich aus ihrer südlich vom Victoriasee bis Tabora sich erstreckenden Heimat in die küstennahen Landschaften, um als Plantagen-und Eisenbahnarbeiter Verdienst zu suchen. Während des Aufenthalts an der Küste errichten sie sich einfache Hütten nach heimischem Muster, nur flüchtiger ausgeführt als in ihrer Heimat.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Weiterlesen Blick in eine Wanjamwesi-Siedlung bei Daressalam

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Die Küste unsrer heutigen ostafrikanischen Kolonie hat eine wechselvolle Geschichte. Perser, Portugiesen und Araber haben sich jahrhundertelang ihren Besitz streitig gemacht und imposante Bauwerke in allen Stadien des Verfalls zeugen von verschwundener Herrlichkeit. Am nachhaltigsten vermochten die Araber dem Leben an der ostafrikanischen Küste ihren Stempel aufzudrücken, der Islam ist infolgedessen auch heute noch in Ostafrika eine Macht, mit der gerechnet werden muss. Das soll uns freilich nicht hindern, diesen Einflüssen das Uebergewicht europäischer Kultur entgegenzusetzen. Einstweilen verändert sich allerdings nur die äussere Gestalt der ostafrikanischen Küstenstädte. Die alten arabischen Bauten machen allgemach schmucken deutschen Tropenhäusern Platz, die Strassen werden breiter und sauberer und in die einst regellos angelegten Eingeborenenviertel kommt Ordnung.

Das Leben im Innern dieser Städte dagegen trägt noch vorwiegend orientalischen Charakter. Bis zu einem gewissen Grade zu seinem Vorteil. Im Gegensatz zu den westafrikanischen Küstenplätzen triflt man in Ostafrika den „Hosennigger“ noch verhältnismässig selten, das lange weisse Hemd — der Kansu — des Suaheli im Verein mit den malerischen Trachten der Araber und Inder beherrscht noch das Strassenbild.

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Kolonie und Heimat