Schlagwort: Afrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Bier wird in fast tanz Afrika getrunken, insbesondere in den Steppengebieten, wo von den Eingeborenen Körnerfrüchte gebaut werden. Als Material dienen meist Hirse und Mais. In dem Gebiet, wo „Kisuaheli“ gesprochen wird also in ganz Deutsch-Ostafrika und angrenzenden Gebieten, heisst das Gebräu „Pombe“, in der Verkehrssprache zwischen dem Nyassasee und dem Sambesi „Mowa“.

Um eine authentische Beschreibung von der afrikanischen Bierbrauerei zu bekommen, liess unser Mitarbeiter Karl Flicke in der Schottischen Mission in Blantyre (Britisch-Zentralafrika) eine Preisarbeit darüber anfertigen Der Verfasser der nachfolgenden prämiierten Abhandlung heisst Stephen Massea. Sein Vater gehörte zu den von Dr. Livingstone aus dem Süden über den Zambezi gebrachten Makalolos, die nachher am Shire sich festsetzen und Häuptlinge der Manganja wurden.

Nachstehend eine deutsche Uebersetzung des in der Manganja-Sprache geschriebenen Aufsatzes:

Weiterlesen Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Hat in Hamburg in seinem Kontor
Seine Geschäfte pedantisch geleitet,
Freilich kommt’s ihm nun spanisch vor,
Wenn vor der Nase der Urwald sich breitet.
Wenn er die Feder, die hinter dem Ohr
Er gewöhnt war gemütlich zu tragen,
Nun mit dem Mausergewehr vertauscht,
Leben und Blut im Kampfe zu wagen,
Zu verteidigen die Magazine,
Die samt dem Hause er selber errichtet.
Maurer und Zimmermann zugleich,
Hat er die Steine und Planken geschichtet.
Hat das aus Matten bestehende Dach
Mit Hilfe der Schwarzen darüber gebreitet
Und dann den dicken, schwarzen Häuptling
Höchst verbindlich ins Wohnhaus geleitet.
Er, der mit Worten zu geizen gewohnt,
Er, der mit einem Federzug
Grosse Käufe oft abgeschlossen,
Hört es mit Staunen und ganz verdrossen,
Dass man wegen sechs Metern Kattun
Endlos redet in Kamerun.
So ein Neger hat immer Zeit,
Mit der grössten Gemütlichkeit
Feilscht er und lauscht er Gewehre und Rum
Gegen Erdnuss und Kautschuk um,
Betrachtet begehrlich die Stoffe, die bunten,
Und die Perlen, die glänzenden, glatten,
Bringt dafür kostbares Elfenbein
Und die zierlich geflochtenen Matten.
Bringt die Federn mit leuchtenden Farben
Und von allerhand Tieren die Felle,
Und dabei schwatzt so ein schwarzer Geselle,
Dass der arme Handelsagent
Fast aus der Haut vor Ungeduld rennt.
Aber noch anderes muss er leisten,
Und er zweifelt immer am meisten,
Ob es ihm wirklich wird gelingen
Ein mit Waren bepacktes Boot
Durch die Brandung des Meeres zu bringen.
Doch mit Hilfe der Eingeborenen
Bringt er wirklich auch das zustande,
Fährt bald die Flüsse auf und nieder,
Spielt sogar Schiffskapitän;
Kurz, zu Wasser und zu Lande
Könnt ihr ihn weise herrschen seh’n.
Als das herrlichste Fest wird’s gebucht,
Wenn ihn ein Europäer besucht.
Nationalität wird ear nicht beachtet,
Jeder als lieber Bruder betrachtet.
Und dann schliesslich mit feuchtem Blick
Bleibt der Agent in der Wildnis zurück,
Um unter Schwarzen als Pionier
Seinem Vaterlande zu dienen,
Und in friedlicher Arbeit ihnen
Näher zu bringen der Menschlichkeit Segen,
Deutschtum auf fremder Erde zu pflegen.

Weiterlesen Der Handelsagent in Deutsch-Afrika

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


In der schwäbischen Universitätsstadt Tübingen ist jüngst eine Anstalt eingeweiht worden, die bis jetzt in Deutschland einzig in ihrer Art ist, aber, wenn nicht alles trügt, bahnbrechend wirken wird für die künftige Kulturarbeit in Kolonialländern. Im Verlauf jahrzehntelanger kolonialer Tätigkeit hat es sich herausgestellt, dass unsre erste Aufgabe in der Erhaltung der eingeborenen Rassen bestehen muss, die zweifellos zum Teil in langsamen Aussterben begriffen sind, nicht etwa, weil sie an sich nicht lebensfähig sind, sondern weil ihre absolute Gleichgültigkeit in bezug auf Gesundheits- und Körperpflege die Ausbreitung zahlreicher verheerender Seuchen begünstigt. Man darf nur an die verheerende Wirkung der Schlafkrankheit in Afrika denken, welche ganze Gebiete entvölkert hat und ohne das Dazwischentreten des Europäers mit der Zeit mit Sicherheit fast das ganze äquatoriale Afrika menschenleer machen würde. Wer sich vor Augen hält, wieviele Opfer früher in den Tropen die Malaria, das gelbe Fieber, die Pest usw. gefordert haben, Krankheiten, die jetzt in vielen Tropengegenden zu den Seltenheiten gehören, der wird die Wichtigkeit der „ärztlichen Mission“ für die kolonisatorischen Bestrebungen der Kulturvölker ohne weiteres begreifen. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass die Erschliessung und Nutzbarmachung der Kolonialgebiete ohne die Mitarbeit der Eingeborenen fast unmöglich sein würde. Und darum liegt deren Erhaltung in unserm Interesse.

Zahllos sind die Krankheiten und Gebrechen, unter denen die Naturvölker leiden. Und meist handelt es sich lediglich um Krankheiten, die bei einigermassen vernünftiger Körperpflege nur selten auftreten oder bei rechtzeitiger sachgemässer Behandlung ohne weiteren Schaden für den Menschen verlaufen würden. Man kann wohl sagen, dass die körperliche Vernachlässigung des Naturmenschen schon im kindlichen Alter die Hauptursache für das geringe Lebensalter ist, das z. B. der Neger im Durchschnitt erreicht.

Weiterlesen Das Deutsche Institut für ärztliche Missionen in Tübingen

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Grenzstreitigkeiten und Kap-Kairo-Bahn.

Der geheimnisvolle Schleier, der über den Vorgängen am Kiwusee lieg, ist immer noch nicht gelüftet. Man kann nicht gerade sagen, dass es ein erhebendes Schauspiel ist, wie die öffentliche Meinung in dieser Angelegenheit, die sie doch schliesslich auch etwas angeht, aufs Munkeln angewiesen ist. Wozu die Heimlichtuerei gut sein soll, ist eigentlich unerfindlich, sie weckt und nährt höchstens das Misstrauen, das seit dem Zanzibarvertrag unseligen Angedenkens uns nun einmal noch in den Gliedern steckt. Und die Meldungen der „Deutsch-ostafrikanischen Zeitung“ haben diesem Misstrauen erst recht Nahrung gegeben. Nach den von dieser Zeitung hartnäckig festgehaltenen Mitteilungen soll bereits ein deutsch – englischer Vertrag vorliegen, wonach wir den Engländern einen Teil der Landschaft Mpororo überlassen und ausserdem einen Streifen Landes, der es ihnen ermöglicht, die Kap-Kairo-Bahn ganz auf englischem Boden durchzuführen und so die absolute englische Vorherrschaft in Afrika auf alle Zeiten zu begründen. Es soll nach Angabe der erwähnten Zeitung bereits ein fertiger Vertrag beim englischen Gouvernement in Nairobi liegen. Diese Mitteilungen sind so ungeheuerlich, dass man sich sträubt, ihnen Glauben zu schenken. Die offiziöse „Köln.Ztg.“ behauptete denn auch neulich auf Grund von Meldungen aus London, dass in allernächster Zeit zwischen Deutschland, England und Belgien in Brüssel über die Besitzverhältnisse in der Gegend von Ruanda Besprechungen eröffnet werden. Ueber weiter gehende, auf die allgemeine Kongo-Politik bezügliche Abmachungen zwischen Deutschland und England sei nichts bekannt.

Weiterlesen Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika

Kolonie und Heimat