Deutsch-Afrika Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Von Lüderitzbucht wird den „D. A. N.“ geschrieben: „Hier wurde vor dem Bezirksgericht ein Urteil gefällt, das mit seinem Drum und Dran die grösste Erregung in Lüderitzbucht hervorgerufen hat. — Ein aufsässiger Ovambo wurde von seinem Aufseher mit einem Schlag bestraft. Der Schwarze setzte sich zur Wehr und schlug und bedrohte den Aufseher mit einer Siebstütze. Dieser rief um Hilfe. Drei Diamantensortierer eilten herbei, befreiten den Aufseher und verprügelten den Ovambo. Sie mögen darin etwas weit gegangen sein. Dies selbst zugegeben, erscheint das Urteil ungewöhnlich: Der Aufseher sechs Monate Gefängnis, die Sortierer 600, 400 und 100 Mk. Geldstrafe. Aber dann das Sonderbarste: der Richter, der allerdings erst wenige Monate im Schutzgebiete weilt, liess nach Verkündigung des Urteils den Ovambo hereinrufen und ihm durch einen Dolmetscher das Urteil mitteilen. Dass der Ovambo, der auch geschlagen hat, bestraft wurde, ist bisher nicht bekannt geworden. — Wer’s nicht fühlt, wie durch diese Art der Rechtsprechung die Unbotmässigkeit und Aufsässigkeit der Eingeborenen systematisch gezüchtet wird, der wird es nie begreifen. Wie die Bedeutung und Kraft des deutschen Heeres zum grossen Teil in seiner unnachahmlichen Disziplin begründet ist, so auch die wirtschaftliche und nationale Bedeutung der Kolonien im scharfen Rassenstandpunkte. Wer ihn untergräbt, gräbt den Kolonien das Grab. — Die Richtigkeit der Tatsachen vorausgesetzt, kann man dem nur zustimmen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Die Wasserversorgung der Stadt Daressalam, die mit der Zeil eine der brennendsten lokalen Fragen geworden war, scheint nunmehr ihrer endgültigen Lösung entgegenzugehen. Nachdem die vor zwei Jahren eingeleiteten ausgedehnten Bohrversuche, die die Erschliessung angeblich von den Daressalam westlich vorgelagerten Pugu-Bergen herkommender unterirdischer Wasserströme bezweckten, vollständig ergebnislos verlaufen sind, hat man sich in jüngster Zeit entschlossen, auf die reichen, seit Jahren erbohrten, vorzüglichen, bisher aber nur zum Teil für die Zwecke der Schiffswasserversorgung benutzten Quellen in der näheren Umgebung Daressalams zurückzugreifen. Die Herstellung der Wasserleitungen, Reservoire, Hausanschlüsse usw. soll einer privaten Gesellschaft übertragen werden, die zur Sicherung ihrer Rechte eine langjährige, dritte ausschliessende Konzession erhalten soll und das für die europäischen und farbigen Einwohner Daressalams erforderliche Nutzwasser zu bestimmten und angemessenen Preisen liefern muss. Es ist bedauerlich, dass es nicht möglich gewesen zu sein scheint, die Wasserversorgung Daressalams durch eine kommunale Einrichtung zu sichern, denn gerade derartige Anlagen eignen sich doch für einen kommunalen Betrieb in besonderem Masse.

Der erste Nachtbetrieb auf den Bahnlinien unsrer Schutzgebiete ist in Ostafrika einge ührt. Auf der Zentralbahn verkehrt seit dem 15. Mai auf der Strecke Daressalam—Dodoma wöchentlich einmal in jeder Richtung ein Eilzug, der Montags 8 Uhr früh Daressalam verlässt und am Dienstag 6,20 Uhr morgens Dodoma erreicht. Auf der bisherigen Uebernachtungsstation Kilossa ist ein Aufenthalt von zwei Stunden zwecks Einnahme von Erfrischungen. Während dieser Zug die 460 Kilometer lange Strecke, für die bisher zwei Tagereisen nötig waren, also in 22 Stunden zurücklegt, braucht der Gegenzug sogar nur 19 Stunden. Dieser geht nämlich Freitag abends 10,35 Uhr aus Dodoma und ist bereits am Sonnabend nachmittag 5,26 Uhr in Daressalam.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Die weissen Stellen auf der afrikanischen Landkarte schrumpfen immer mehr zusammen und bedecken sich unter der fleissigcn Arbeit der Forscher und Geographen mit Flüssen, Gebirgen und Ortsnamen. Wer heutzutage in eine unserer Kolonien geht, um Eingeborene zu studieren, die von europäischer Kultur noch ganz unberührt sind und die noch kaum einen Weissen zu Gesicht bekamen, muss schon erhebliche Strecken zurücklegen, um tief ins Innere zu gelangen, wo er seinen Wunsch erfüllt sieht. — Jedoch wird der gute Beobachter bald dahinterkommen, dass die Zivilisation sich durchaus nicht etwa von der Küste aus gleichmässig nach dem Innern zu ausbreitet, sondern dass sie sich zuerst auf einer schmalen Spur weit nach dem Hinterland zu bewegt, um sich dann von dieser Linie aus nach den Seiten hin zu verbreiten. Die Wege, auf denen die Kultur siegreich ins Innere vordringt, sind die grossen Handelsstrassen, die oft seit Hunderten von Jahren von eingeborenen Händlern benutzt werden. Dieser Händler, der ursprünglich nur sein Vieh oder seine Kolanusslasten auf langem schwierigen Wege ins Innere brachte und dafür Salz nach der Küste führte, ist der erste Pionier europäischer Kultur, der sich bald daran gewöhnt hat, europäische Errungenschaften, die mehr oder weniger nützlich sind, den Eingeborenen zu übermitteln. Auf diesem Wege haben sich dann Handelsniederlassungen etabliert, die unter der Leitung von Weissen stehen und ihrerseits wieder ihre Waren nach dem Innern vorschieben.

Kaum einen Tagemarsch abseits von dieser Verkehrsader trifft man häufig noch auf unverfälschtes Buschleben und findet Eingeborene, die den Weissen nur vom Hörensagen kennen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heut tagtäglich aus den Zeitungen telegraphische Meldungen aus allen Teilen der Kulturwelt und vielfach selbst schon aus den unkultivierten Gegenden entgegennehmen, lässt die meisten Menschen gar nicht dazu kommen, sich einmal klar zu machen, welch ungeheure Summe von Intelligenz, Unternehmungsgeist, Mühen und Sorgen erforderlich war, um der Welt den heutigen, wunderbar zuverlässigen Seekabelbetrieb zu schenken. Hier und da halten wohl Laien die Kabeltelegraphie heut, wo wir die drahtlose Telegraphie besitzen, schon wieder für veraltet, aber jeder Sachkenner wird uns bestätigen, dass davon gar keine Rede sein kann, dass vielmehr beide Arten der Telegraphie sich ergänzen, aber kaum jemals vollwertig zu ersetzen vermögen.

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Kolonie und Heimat