Deutsch-Afrika Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Norden von Togo gibt es noch eine Reihe von Negerstämmen, die so gut wie gar nicht von der Kultur beleckt sind. Seit sie unter deutscher Herrschaft stehen, müssen sie sich zwar ihre altgewohnten Kriegs- bezw. Raubzüge verkneifen, aber vorläufig ist immer noch phantastischer Kriegsschmuck das Attribut des freien Mannes. Die Lederkappe auf unserm Bild, die mit Kaurimuscheln besetzt und mit einem Antilopengehörn geschmückt ist, wirkt entschieden ganz malerisch.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Dorfjungfrau, „Taupou“ genannt, ist eine der wichtigsten Personen im sozialen Leben der Samoaner. Sie ist gewissermassen die Repräsentantin des Dorfes, die Gäste zu empfangen und zu bewirten hat, überhaupt bei allen Festlichkeiten den Ton angibt. Bei feierlichen Umzügen schreitet sie in phantastischem Aufputz, wie auf obigen Bild zu sehen, voran, sie ist Vortänzerin und steht überhaupt an der Spitze der weiblichen Jugend. Taupou wird in der Regel die schönste Tochter des Häuptlins, und es kommt häufig vor, dass ein Häuptling, der sich einer vielversprechenden Tochter nicht erfreut, rechtzeitig ein andres Mädchen adoptiert, damit ja de Taupou aus seinem Hause hervorgeht. Es ist hiernach klar, dass die schliessliche Verheiratung der Dorfjungfrau eine Haupt- und Staatsaktion bei den Samoanern bildet.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Bier wird in fast tanz Afrika getrunken, insbesondere in den Steppengebieten, wo von den Eingeborenen Körnerfrüchte gebaut werden. Als Material dienen meist Hirse und Mais. In dem Gebiet, wo „Kisuaheli“ gesprochen wird also in ganz Deutsch-Ostafrika und angrenzenden Gebieten, heisst das Gebräu „Pombe“, in der Verkehrssprache zwischen dem Nyassasee und dem Sambesi „Mowa“.

Um eine authentische Beschreibung von der afrikanischen Bierbrauerei zu bekommen, liess unser Mitarbeiter Karl Flicke in der Schottischen Mission in Blantyre (Britisch-Zentralafrika) eine Preisarbeit darüber anfertigen Der Verfasser der nachfolgenden prämiierten Abhandlung heisst Stephen Massea. Sein Vater gehörte zu den von Dr. Livingstone aus dem Süden über den Zambezi gebrachten Makalolos, die nachher am Shire sich festsetzen und Häuptlinge der Manganja wurden.

Nachstehend eine deutsche Uebersetzung des in der Manganja-Sprache geschriebenen Aufsatzes:

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Hat in Hamburg in seinem Kontor
Seine Geschäfte pedantisch geleitet,
Freilich kommt’s ihm nun spanisch vor,
Wenn vor der Nase der Urwald sich breitet.
Wenn er die Feder, die hinter dem Ohr
Er gewöhnt war gemütlich zu tragen,
Nun mit dem Mausergewehr vertauscht,
Leben und Blut im Kampfe zu wagen,
Zu verteidigen die Magazine,
Die samt dem Hause er selber errichtet.
Maurer und Zimmermann zugleich,
Hat er die Steine und Planken geschichtet.
Hat das aus Matten bestehende Dach
Mit Hilfe der Schwarzen darüber gebreitet
Und dann den dicken, schwarzen Häuptling
Höchst verbindlich ins Wohnhaus geleitet.
Er, der mit Worten zu geizen gewohnt,
Er, der mit einem Federzug
Grosse Käufe oft abgeschlossen,
Hört es mit Staunen und ganz verdrossen,
Dass man wegen sechs Metern Kattun
Endlos redet in Kamerun.
So ein Neger hat immer Zeit,
Mit der grössten Gemütlichkeit
Feilscht er und lauscht er Gewehre und Rum
Gegen Erdnuss und Kautschuk um,
Betrachtet begehrlich die Stoffe, die bunten,
Und die Perlen, die glänzenden, glatten,
Bringt dafür kostbares Elfenbein
Und die zierlich geflochtenen Matten.
Bringt die Federn mit leuchtenden Farben
Und von allerhand Tieren die Felle,
Und dabei schwatzt so ein schwarzer Geselle,
Dass der arme Handelsagent
Fast aus der Haut vor Ungeduld rennt.
Aber noch anderes muss er leisten,
Und er zweifelt immer am meisten,
Ob es ihm wirklich wird gelingen
Ein mit Waren bepacktes Boot
Durch die Brandung des Meeres zu bringen.
Doch mit Hilfe der Eingeborenen
Bringt er wirklich auch das zustande,
Fährt bald die Flüsse auf und nieder,
Spielt sogar Schiffskapitän;
Kurz, zu Wasser und zu Lande
Könnt ihr ihn weise herrschen seh’n.
Als das herrlichste Fest wird’s gebucht,
Wenn ihn ein Europäer besucht.
Nationalität wird ear nicht beachtet,
Jeder als lieber Bruder betrachtet.
Und dann schliesslich mit feuchtem Blick
Bleibt der Agent in der Wildnis zurück,
Um unter Schwarzen als Pionier
Seinem Vaterlande zu dienen,
Und in friedlicher Arbeit ihnen
Näher zu bringen der Menschlichkeit Segen,
Deutschtum auf fremder Erde zu pflegen.

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Kolonie und Heimat