Deutsch-Afrika Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

von Dr. Paul Rohrbach.

Haben die Leser von „Kolonie und Heimat“ schon etwas von „Tanganital“ gehört? Wenn nicht, so sollen sie nach Usambara gehen, eine kleine Rundtour durch das Farmgebiet am Fuss der Berge machen und als Abschluss die Bezirkshauptstadt auf der Höhe von West-Usambara besuchen; da kennen sie Tanganital. Es ist eine etwas kolonialdeutsch ausgefallene abkürzende Zusammenziehung der Namen der drei Bezirke Tanga, Pangani und Wilhelmstal, die zusammen das zukunftsreiche Pflanzungsgebiet in der Nordostecke von Deutsch-Ostafrika ausmachen. Wilhelmstal ist der einzige von den dreien, der ganz binnenländisch ist; er umfasst den grösseren Teil von Usambara, die südliche Hüllte des Paregebirges und ein Stück der Masaisteppe. Ich sagte vorhin „Hauptstadt“ und will gerne bekennen, dass dieser Ausdruck etwas vorgreifend ist, denn unser Bild von Wilhelmstal entspricht in der Tat rnoch nicht ganz den heimischen Ansprüchen an eine „Stadt“.

In Afrika verlangt man aber nicht so viel; mitunter ist man schon zufrieden wenn als erste Anweisung auf die künftige Stadt wenigstens das Hotel — sieht. Der „Sächsische Hof“ in Wilhelmstal ist ein gutes afrikanisches Hotel, wobei für Leute, die von einem Hotel Luxusgenüsse verlangen, bemerkt sein mag, dass der Ton in Afrika natürlich auf afrikanisch liegt. Hier ist man überhaupt froh, wenn man an einen Ort kommt, wo einmal das Expeditionsszelt nicht aufgeschlagen zu werden braucht und der Pischi nicht mit der stereotypen Frage erscheint, was er heute kochen solle.

Weiterlesen Wilhelmstal: Die erfolgreiche Siedlung in West-Usambara

Kolonie und Heimat

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.


Landschaftlich noch schöner als die Hauptstadt Daressalam liegt Tanga, der nördlichste Hafen Deutsch-Ostafrikas. Tanga ist neben Daressalam die wichtigste Handelsstadt der Kolonie. Daressalam kann zwar im Augenblick etwas grössere Ein- und Ausfuhrzahlen aufweisen als Tanga, doch ist dies wohl in der Hauptsache auf Rechnung des Eisenbahnbaus zu setzen, dessen Materialien bei der Einfuhr dem Werte nach stark ins Gewicht fallen. Die reinen Handelswerte dürften sich in Daressalam und Tanga die Wage halten. Dies bestätigt auch ein Blick aut die Statistik über den Schiffsverkehr in beiden Häfen. Sic wurden im letzten und vorletzten Jahr ungefähr von derselben Anzahl von Schiffen angelaufen. Nach dem amtlichen Jahresbericht betrug Tangas Ein- und Ausfuhr in den letzten Jahren:

Weiterlesen Die Handelstadt Tanga in Deutsch-Ostafrika

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Ruanda wird sicher einmal für die Kolonie Deutsch-Ostafrika von grosser Bedeutung werden, eignet es sich doch wegen seiner Höhenlage von durchschnittlich 1800 Metern wie kein anderes Gebiet zur Niederlassung von Europäern, und man muss es bei seiner Fruchtbarkeit, seinen dauernden Niederschlägen als die Perle des so wertvollen Zwischenseengebietes und der Kolonie überhaupt bezeichnen. Vorläufig läuft ihm ja das Land Bukoba, wegen seiner günstigeren Verbindungsverhältnisse, noch den Rang ab. aber wenn erst einmal eine Bahnverbindung nach Ruanda i’om Victoria aus entsteht — käme sie doch recht baldl — so dürfte sich ein Strom von Einwanderern ins Land ergiessen.

Gewährt es doch bei seinen Bergen, den klaren Gebirgsbächen, die alle den beiden grossen Strömen, dem Nyavarongo und dem Akanyaro und damit dem Kagera und weiter dem Nil Zuströmen, die denkbar günstigsten Bedingungen zu einer Niederlassung, und bei der Dichtigkeit der Bevölkerung ist ein Mangel an Arbeitskräften auch nicht zu befürchten.

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Kolonie und Heimat