Deutsch-Afrika Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Wohlbekannt sind jedem, der auf einem Schiff das Festland verlässt, die zierlichen Möwen, welche bis in das offene Meer hinaus den Dampfer umkreisen und gierig nach jedem Bissen haschen, der in das Wasser fällt, auch wohl hochgeworfene Nahrungsbrocken in gewandtem Fluge direkt aus der Luft schnappen. Der Laie nennt diese Vögel Möwen schlechthin, obwohl er meist Angehörige verschiedener Arten vor sich hat.

Schon an unseren Meeresküsten gibt es eine grössere Anzahl von Möwenarten, die dann in anderen Gegenden der Erde noch bedeutend zunimmt. Man kennt mehr als 110 Arten von Möwen, die über alle Teile unserer Erde verbreitet sind. Sie halten sich im allgemeinen an den Küsten auf, nur wenige folgen dem Laufe grösserer Gewässer ins Binnenland, und auch auf die hoh Seehinaus begleiten sie den Seefahrer ein kurzes Stück. Aber umgekehrt sind sie für diesen, sobald sie wieder sein Schiff umschwärmen, stets der sichere Beweis, dass er der Küste nahe ist.

Weiterlesen Das Meer und seine Bewohner : Seevögel

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

An der lieblichen, palmenumgürteten Meeresbucht, wo einst der erste Sultan des 1856 selbständig gewordenen Sultanates Zanzibar die mächtigen Grundmauern zu einem neuen Herrschersitz zu errichten begann, der den Namen Daressalam, d. i. „Haus des Friedens“, führen sollte, dort ist die aufblühende gleichnamige Hauptstadt der grössten Kolonie des Deutschen Reiches erstanden. Mit dem im Jahre 1870 erfolgten Tode Seyid Majids war auch das Schicksal seiner Baupläne besiegelt. Das Araberreich in Afrikas Osten sank schon unter seinem nächsten Nachfolger, dem Sultan Seyid Bargasch, unter dem mehr und mehr zur Geltung gekommenen Einflüsse der höheren abendländischen Kultur in Trümmer, und an der Stelle, wo der Sultan die Hochburg des Islams zu errichten gedachte, stieg sieghaft verheissungs-voll der Hohenzollern-Aar empor, und unter dem Schutz und Schirm der schwarz-weissroten Flagge pflanzte dauernd sich das Kreuzeszeichen der Christenheit auf! Und so sind die weit vom Ozeane draussen schon sichtbaren Wahrzeichen der Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas denn auch die ragenden Gotteshäuser der beiden christlichen Bekenntnisse geworden, welche sich friedlich zu gleicher Arbeit die unter deutscher Schutzherrschaft stehenden Gebiete Ostafrikas zum Arbeitsfeld erkoren.

Daressalam war damals ein elendes Negerdorf, das sich erst unter dem deutschen Regime allmählich zu einer eleganten kleinen Stadt, und im Laufe der letzten Jahre zu einem verkehrsreichen Handelsplätze entfaltet hat. Die verhältnismässig rasche Entwicklung der Landeshauptstadt, die hierdurch hervorgerufene Erstarkung der europäisch-deutschen Bevölkerung, unter welcher wiederum bald in steigernder Zahl deutsche Familien in den Vordergrund traten, sie liessen auch das Bedürfnis geltend werden, für die christlichen Kirchengemeinden Gotteshäuser zu errichten.

Weiterlesen Die Kirchen in Daressalam

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Der arme Grossstädter merkt das Kommen des Frühlings eigentlich nur am Längerwerden der Tage, an der fühlbar stärkeren Wirkung der Sonnenstrahlen, manchmal auch daran, dass er jämmerlich frieren muss, weil die Zentralheizung programmässig am 1. April aufgehört hat, zu funktionieren. Von den Wundern des erwachenden Frühlings in Wald, Feld und Garten wird er nicht viel gewahr. Einen Garten nennen in der Grossstadt nur wenige Glückliche ihr eigen, Wald und Feld sind an den Werktagen nicht für jedermann erreichbar, und an den Sonntagen pflegt es im Frühling mit Vorliebe zu regnen. Glücklich, wer in der Nähe seiner Wohnung ein paar Alleebäume hat, die ihm im Frühjahr als Gradmesser für das Fortschreiten der Jahreszeit dienen können. Und doch ist der Berliner nicht ganz so arm, wie er sich vorkommt. Viele denken nicht an den prächtigen Botanischen Garten in Dahlem, der ihnen gewissermassen den Frühling sogar in konzentrierter Form vorführt. Sie finden dort die Frühlingspflanzen aus aller Herren Länder knospend und blühend versammelt in einer Schönheit und Reichhaltigkeit, wie sie Wald und Flur nie bieten können. Natürlich ist diese Form, die Wunder der erwachenden Natur zu geniessen, Geschmacksache. Aber es ist auch nicht unsre Absicht, dem Berliner Publikum den Botanischen Garten als Vergnügungsaufenthalt und als Abladestätte von Stullenpapieren zu emplehlen, denn dazu ist er nicht da, er hat vielmehr, soweit er der Schaulust dient, den Zweck, Belehrung zu verbreiten. Nachdem wir lestgestellt haben, dass der Besuch des Gartens schon an sich demjenigen einen ästhetischen Genuss bereitet, der Freude an der Natur, insbesondere der Pflanzenwelt hat, möchten wir seine Bedeutung auf dem Gebiet hervorheben, die uns in erster Linie interessiert, nämlich auf dem Gebiet des kolonialen Anschauungsunterrichts und der praktisch-wissenschaftlichen Förderung kolonialer Landwirtschaft.

Weiterlesen Der Botanische Garten zu Berlin als Zentralstelle für koloniale Landwirtschaft

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Zahlreiche Wanjamwesi kommen alljährlich aus ihrer südlich vom Victoriasee bis Tabora sich erstreckenden Heimat in die küstennahen Landschaften, um als Plantagen-und Eisenbahnarbeiter Verdienst zu suchen. Während des Aufenthalts an der Küste errichten sie sich einfache Hütten nach heimischem Muster, nur flüchtiger ausgeführt als in ihrer Heimat.

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Weiterlesen Blick in eine Wanjamwesi-Siedlung bei Daressalam

Kolonie und Heimat