Kategorie: Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Jahre 1896 wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft am 30. Mai darauf hingewiesen, dass zwischen Europäern und Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika mehrfach Ehen geschlossen worden und dass aus diesen Mischehen Bastards hervorgegangen seien. Da damals das vollständige Fehlen weisser Frauen im Schutzgebiet die Besorgnis erweckte, dass in der Kolonie eine minderwertige Mischlingsrasse entstehen könnte, trat die Deutsche Kolonialgesellschaft der Frage näher, deutschen Frauen und Mädchen die Auswanderung nach Südwestafrika zu erleichtern. Gestützt auf ein Gutachten des damaligen Landeshauptmanns, hat die Kolonialgesellschaft dem Gedanken der Uebersiedlung weisser Frauen und Mädchen jederzeit die weitgehendste Sympathie entgegengebracht, ihre Absicht unbeirrt ausgeführt und einer ganzen Reihe von Frauen und Mädchen die Ueberfahrt nach Südwestafrika kostenlos ermöglicht.

Seit dem Jahre 1898 bis heute sind auf Kosten der Deutschen Kolonialgesellschaft bezw. neuerdings des Kolonialen Frauenbundes, 806 Personen nach Deutsch-Südwestafrika gereist, und zwar:

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Weisst du, warum jetzt glitzern
ln Afrikas heissem Sand
Und glitzern und sprüh’n und blitzern
Diamanten an Diamant?

Das sind die Wassertropfen,
Nach welchen manch armer Soldat
In des Herzens Fieberklopfen
Den letzten Erdgriff tat!

Manch Junker von der Elbe,
Manch edler Herr vom Rhein
Schlief unter dem Himmelsgewölbe
Hier unter Martern ein……

Die Sehnsucht nach allem, was teuer
Ihm ward im Vaterland,
Hat sich wie glühendes Feuer
Tief in die Steine gebrannt!

Und weil den tapfren Söhnen
Kein Sedan-Ruhmglanz scheint,
Hat sie wie helle Tränen
Gott selbst ins Land geweint……

Nun tragt sie, ihr deutschen Fürsten,
In eurer Krone Rand
Und denket derer, die dürsten
Und sterben fürs Vaterland!

Max Bewer.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“

Weiterlesen Deutsche Diamanten

Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Negerwohnungen in Süd-Togo.

Von Oberleutnant Smend.

In alten Zeiten, d. h. bevor die Herrschaft des Europäers Sicherheit für Leben und Eigentum gewährleistet, ging der Neger selten allein aus seiner Landschaft, oder aus seinem Dorfe in fremde Gegenden. Soweit friedliche Verhältnisse mit befreundeten Stämmen herrschten, wurde ein Besuch gelegentlich gewagt, aber für lange Zeit blieb der Neger nichtgern fern von seiner Heimat. Handel und Geschäft, Besuch von Verwandten und mit Gerichtssachen zusammenhängende Dinge waren es meist, die ihn in die nähere Umgebung lockten. Auch den Jäger trieb es nur in möglichst menschenleere und daher wildreiche Gegenden, und er kam von seinen Streifzügen mit Beute und Jagdgeschichten beladen immer gern und bald in sein Dorf zurück. Nebenbei bemerkt ist dadurch auch die verblüffende Verständnislosigkeit für Entfernungen und die geringe Kenntnis des Landes bei den meisten Negern mit Ausnahme der Jäger und Händler zu erklären. Das Haus, das Dorf oder höchstens die Landschaft war die Welt seines Horizonts in den weitaus meisten Fällen.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg


Mancher Leser wird darüber lächeln, wenn wir ihm erzählen, dass es jetzt in Deutschland eine Straussenfarm gibt, so gut wie in Afrika. Aber sie lässt sich nicht wegleugnen. Mittelbar kann man sie wohl als eine Frucht unsrer kolonialen Bewegung bezeichnen. die seit einigen Jahren erst die wirtschaftliche Seite, die Nutzbarmachung der mannigfachen natürlichen Werte, mehr betont Und da auch die Straussenherden, die in den afrikanischen Kolonien die weiten Steppen beleben oder vielmehr belebten, zu diesen Werten gehören, so sprach man in letzter Zeit viel von der rationellen Straussenzucht. Einerseits in der wägung, dass die Jagd trotz aller bote schliesslich mit den eigenartigen und wertvollen Tieren aufräumt würde, anderseits, dass sich durch rationelle Hochzucht die Produktion und der Wert der Federn steige liesse. „Das kann ich auch“, dachte wohl Herr Hagenbeck in Hamburg. Wer kennt nicht Herrn Hagenbeck, der vor Zeiten mit seinen fremd ländischen Tieren die Welt bereiste dessen Name schon bei uns als Kindern einen guten Klang hatte. Also Herr Hagenbeck, der sich mittlerweile auf rationelle Zucht und Tierfang im grossen geworfen hat und dessen Tierpark in Stellingen bei Hamburg eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bildet, richtete vor einem halben Jahr eine Straussenfarm ein. Er ging auf Grund langjähriger Erfahrungen von der Erwägung aus, dass man den Vogel Strauss ganz wohl bei vorsichtiger und verständnisvoller Pflege an unser Klima gewöhnen könnte und dass dieser sich mit der Zeit selbst durch ein dichteres und somit wertvolleres Fedcrklcid diesem anpassen würde. Das klingt ganz einleuchtend, und die Vorversuchc scheinen Herrn Hagenbeck recht zu geben. Im letzten Winter waren seine sämtlichen Vögel täglich im Freien, auch als das Thermometer 18 Grad Celsius zeigte. Und aller erfreuten sich bester Gesundheit, kein einziges Exemplar ging durch Kälte zu Grunde.

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Kolonie und Heimat