Neues vom Tabakbau in Südwestafrika

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Im verflossenen Jahrgang (Nr. 6) haben wir die Zukunft des Tabaksbaus in Südwest erörtert. Mittlerweile hat sich nun herausgestellt, dass wirklich gute Aussichten vorhanden sind. Nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Eigenverbrauchs im Lande kann heute vom Tabakbau in Südwest gesprochen werden, sondern die Qualität, die erzielt wird, berechtigt zu der Hoffnung, dass Tabak mit der Zeit auch als Ausfuhrprodukt eine Rolle spielen wird. Der Eigenbedarf des Landes ist ziemlich beträchtlich, da dem Tabakrauchen und Tabakkauen von den Eingeborenen — Männlein und Weiblein — mit Begeisterung gefrönt wird, und Tabak zum täglichen Deputat gehört, das der Dienstherr seinem schwarzen Personal zu verabreichen hat. Die schwarzen Herrschaften sind nun allerdings nicht sonderlich wählerisch in ihrer „Marke“. Ihretwegen brauchte man drüben nicht zur rationellen Tabakkultur überzugehen und sogar einen Tabakfachmann-Landwirtschaftsinspektor Wunderlich aus Heilbronn in Württemberg — hinüberkommen zu lassen. Das Kraut, das die Eingeborenen goutieren, hätten sich die Ansiedler selbst anbauen können, wie dies auch vielfach geschieht.

Aber die klimatischen und Bodenverhältnisse in einigen Teilen des Landes wiesen deutlich darauf hin, dass sich bei einiger Sorgfalt auch bessere Tabake erzielen lassen würden, und verschiedene Ansiedler lieferten beachtenswerte Proben für diese Annahme. Das Gouvernement beschloss also, der Sache weiter auf den Grund zu gehen und hat den Tabakpflanzern vorläufig 20 000 Mk. zur Verfügung gestellt, die als Beihilfen in Höhe von je 1000 Mark zur Einrichtung rationeller Aufbereitungsanlagen vergeben werden sollen.

„Der Tabak wächst — sagt „Der Farmer“, ein Beiblatt der „Windhuker Nachrichten“ — in ganz befriedigender Qualität, wo im Schutzgebiete geeigneter, einige Zeit in Kultur befindlicher Boden, genügend Wasser zur Bewässerung, bezw. Grundwasser vorhanden ist und es an der nötigen Pflege nicht fehlt. Die Natur hat das ihrige getan; nun kommt es darauf an, dass auch die Pflanzer ihr möglichstes leisten Wenn die Kartoffeln, der Mais, das Gemüse usw. reif sind, dann sind diese Produkte, die nötige Zubereitung vorausgesetzt, zum Genüsse fertig. Beim Tabak ist dies ganz anders. Wenn die grünen Tabakblätter reif sind, danndauert es oft jahrelang, mindestens aber 1 Jahr, bis aus dem Tabak eine von Weissen allgemein gesuchte, zum Genüsse fertige Handelsware hergestellt werden kann. Wenn wir also nicht nur für die nächste Zeit, sondern dauernd einen rentablen Tabakbau treiben woiien, so müssen wir in bezug auf die Qualität mit manchen ausländischen Tabaken konkurrieren können.“

Einzelne Ansiedler befolgen allerdings diese Mahnung bereits, wie aus demselben Blatt und dem amtlichen Jahresbericht zu ersehen ist. Zum Beispiel hat der bekannte Kaufmann Voigts in Okahandja besondere Trockenanlagen eingerichtet, die sogar von dem Sachverständigen des Gouvernements für die Pläne zu Mustertrockenschuppen verwendet worden sind. Trotz mangelhafter Einrichtungen haben die Kleinsiedlungen von Osona ziemlich viel, ganz gut getrockneten i abak geliefert, der nach erfolgter Fermentation (Gärung) und Ablagerung recht brauchbares Schneidgut, Einlage und Umblatt für geringe und mittlere, sowie Deckblatt für billige Zigarren ergeben würde. In Okahandja ist eine kleine Schneidtabakfabrik eingerichtet, die in diesem Jahr etwa 4000 Pfund von diesem Tabak gekauft hat. Für den Zentner wurden 150-175 Mark bezahlt. Der Verkaufspreis des geschnittenen Tabaks schwankt pro Pfund zwischen 4 und 6 Mark, während der von andern Ansiedlern produzierte, aber mangelhaft aufbereitete Tabak nur 2—2,50 Mk. erzielt.

Auch die Kleinsiedler um Karibib und Omaruru, im Swakoptal und am Weissen Nossob (östlich von Windhuk) und diejenigen von Klein-Windhuk haben gute Resultate erzielt und wenden sich mehr und mehr dem Tabakbau zu. Das sind so beachtenswerte Resultate, und wir können füglich hoffen, dass wir in nicht zu ferner Zeit in der Heimat deutsch-südwestafrikanische Marken zu rauchen bekommen, von denen sich nicht, wie von den früheren Kolonial-Zigarren seligen Angedenkens „der Gast mit Grausen wendet.“

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