Deutsch-Afrika Beiträgen

aus dem Kunstmuseum Hamburg.


Wie das Kriegswesen zu Lande eine grosse Zahl von Kriegswaffen geschaffen hat — man denke an die vielen Arten von Feuerwaffen, blanken Waffen, Sprengmitteln usw. — und wie die Anwendung dieser Waffen verschiedenen cafür besonders ausgebildeten Truppengattungen zufällt, so sind auch für den Seekrieg, dessen vielseitigen Anforderungen entsprechend, mit der Zeit verschiedene, für deren Erfüllung besonders konstruierte Schiffsklassen entstanden. Wir unterscheiden heute drei solcher Klassen: Linienschiffe, Kreuzer und Torpedofahrzeuge.

Die Aufgabe dieser drei Schiffsklassen dürfte bekannt sein. Die Linienschiffe sind, wie schon ihr Name besagt, zum Kampf in der Schlachtlinie bestimmt, Aufgabe der Kreuzer ist in der Hauptsache die Aufklärung, während die Torpedofahrzeuge mittels des von ih lanzierten, mit eigener Kraft den Unterwassersprenggeschosses, des Torpedos, ihren Gegner angreifen. Das Linienschiff ist seinem Wesen nach am einfachsten bestimmt. Es dient ausschliesslich zum Kampf. Das Angriffsvermögen steht daher bei ihm im Vordergrund. Starke und zahlreiche Artillerie, starker und ausgedehnter Panzerschutz sind seine Hauptmerkmale. Die Geschwindigkeit steht diesen beiden Anforderungen gegenüber zurück, da das Linienschiff im Verbände ficht und dessen Geschwindigkeit durch die des langsamsten Schiffes bestimmt ist.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.

Wenn gegen die Jahreswende der Nordostmonsun über den Wogen des Indischen Ozeans, längs der ostatrikanischen Küste, wütet und heulend das Meer aufpeitscht, dass sich die Wasser donnernd an den Korallenriffen und Felswänden brechen, dann sinkt wieder so mancher Felsblock zermürbt ins Meer hinab, zerbröckelt und zerstückelt, ein Spiel der Wellen. Jahrtausende haben fleissige Korallentierchen ihre kalkigen Gerüste hier aufgebaut, bis das weit zurücktretende Meer ihre Tätigkeit eines Tages zum Stillstand brachte. Dann kamen die Wogen und Wellen und schleuderten im ewigen Naturkampfe ihre Wasser gegen die toten Korallenfelsen und siehe, das feste Gefüge wurde rissig und unaufhaltsam begann und vollendete die Natur ihr Zerstörungswerk. Das Wasser in Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft zerfrass die Korallenwände, und Höhlen und Nischen entstanden. ln den Nischen bildeten sich Erdnester. Angeschwemmte Samen von Kasuarinen und Schlinggewächsen keimten und sprossten und durch welkendes Laub bildete sich neuer Humus, in dem neue Samen einen Nährboden fanden. Zur Kasuarine gesellten sich Dumpalmen und Fikusarten, deren Zweige und Wurzeln in den Spalten der Korallenfelsen hafteten. Eine angeschwemmte Kokosnuss folgte, und wo früher das Meer rauschte, entstand pflanzliches Leben. Hoch oben, wohin die Wogen nicht mehr reichten, bildete sich eine üppige Vegetation, ein Buschwald, der aus dem verwitternden Kalkgestein Kraft und Nahrung sog.

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Kolonie und Heimat

aus dem Kunstmuseum Hamburg.


Am Dienstag, den 27. Juni, wurde in der Londoner Agricultural Hall durch den Earl of Selborne die Internationale Kautschuk-Ausstellung feierlich eröffnet. In der deutschen Abteilung, die auf Initiative und unter Mitwirkung der „Ständigen Ausstellungs-Kommission für die deutsche Industrie“ von einem eigenen deutschen Arbeitsausschuss organisiert ist, haben neben unseren kolonialen Instituten zahlreiche deutsche Gummi- und Kautschukwaren-Fabriken, chemische und Maschinen-Fabriken, auch Kautschuk-Importeure ausgestellt. Die unter Leitung eines eigenen Architekten nach einheitlichem Plane ausgestaltete deutsche Abteilung ist eine der schönsten und wirksamsten Gruppen der gesamten Ausstellung. Wie wir an der Hand unserer Spezialaufnahmcn unseren Lesern vor Augen führen können, zerfällt die deutsche Abteilung in drei besondere Gruppen, je eine für Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Westafrika und die deutschen Südsee-Kolonien. Besonderer Beachtung erfreuen sich die auf der Ausstellung zum ersten Male vorgeführten Ergebnisse der mit erheblichem Kostenaufwand vom Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, Berlin, Unter den Linden 43, ins Werk gesetzten „Kautschuk- und Guttapercha-Expedition“. Ueber die Bedeutung des Kautschuks für die gesamte deutsche Industrie, über seine Kultur, Gewinnung und Verarbeitung haben wir schon des öfteren an der Hand illustrierter Artikel berichtet, und gezeigt, in welch erfreulicher Aufwärtsentwickelung die Kautschuk-Kultur in unseren Kolonien, besonderst Deutsch-Ostafrika, zurzeit begriffen ist. Die deutsch-ostafrikanischen Erfolge sind bekanntlich in England nicht unbeachtet geblieben, und englische Kautschuk – Interessenten brachten, zum Teil zu unverhältnismässig hohen Preisen, mehrere unserer Kautschukpflanzungen in ihren Besitz. So bedauerlich diese Tatsache an sich sein mag, so erfreulich sind andererseits die Erfolge deutschen Gewerbefleisses auf der Londoner Ausstellung, die für alle Kolonial-Interessenten ausserordentlich viel Anregung bietet.

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Kolonie und Heimat

Kolonie und Heimat